Betrugserkennung mit KI im Retailbanking: Muster, Modelle, Grenzen
Kartenmissbrauch, manipulierte Online-Überweisungen und Social Engineering stellen Banken vor Muster, die feste Regeln und Blacklists kaum noch erfassen. Sie erfahren, mit welchen ML-Verfahren Institute Transaktionen in Echtzeit bewerten, welche Daten einen Verdacht tragen und wie ein Frühwarnsystem entsteht und gemessen wird. Anwendungen wie Geldwäsche-Erkennung, Behavioral Biometrics und Chat-Analyse kommen ebenso zur Sprache wie Fehlverdacht und gezielte Manipulation der Modelle. Damit sind Sie in der Lage, KI-Lösungen zur Betrugsbekämpfung fachlich zu beurteilen und Projekte fundiert zu begleiten.
- Dauer1 Tag
- OrtBei Ihnen vor Ort oder live-online
- TeilnehmendeNur Ihr Team, keine offenen Termine
- BereichBanken, Versicherungen & Kanzleien, Qualität, Sicherheit & Compliance, KI-Technik & Entwicklung
Für wen
Fachkräfte aus Banken und Finanzdienstleistung, vor allem aus Betrugsprävention, Compliance, Risikomanagement, IT-Sicherheit und Datenanalyse, sowie Entscheidende und Projektverantwortliche, die KI-Systeme zur Betrugserkennung bewerten oder einführen.
KI-Tagesseminar · 1 Tag
Verfahren, Daten und Qualitätsmaße für KI-gestützte Betrugsabwehr in der Bank verstehen
Das nehmen Sie mit
- Sie verstehen, warum regelbasierte Systeme und Blacklists gegen getarnte Betrugsmuster an Grenzen kommen und was ML-Verfahren anders machen.
- Relevante Datenquellen, SMOTE für seltene Betrugsfälle und datenschutzfreundliche Techniken sind Ihnen vertraut.
- Sie können die Qualität eines Betrugsmodells mit Precision, ROC und F1-Score einschätzen.
- Sie wissen, wie Explainable AI bei Fehlverdacht hilft und wie sich Modelle gegen Adversarial Attacks schützen lassen.
Ablauf
- Teil 1
Modul 1 – Bedrohungslage: Aktuelle Betrugsmaschen und die Grenzen fester Regeln
- Missbrauch bei Online-Überweisungen und Kreditkarten aufdecken: regelbasierte Systeme verglichen mit ML
- Phishing und Social Engineering durchschauen, gestützt auf die Analyse von Verhaltensmustern
- Gut getarnte Betrugsversuche: wo Blacklists versagen und Anomalieerkennung ansetzt
- Teil 2
Modul 2 – Verfahren und Anwendungen: Was KI in der Bank bereits leistet
- Verdächtige Zahlungen in Echtzeit anhalten mit Random Forest und Decision Trees
- Kontobewegungen ohne vorgegebene Kennzeichnung auswerten: Unsupervised Learning und Clustering
- Übliche Nutzerprofile lernen und Abweichungen melden, etwa mit Autoencoder oder k-Means
- Geldwäsche mit neuronalen Netzen aufspüren (Deep Learning)
- Die Identität von Kundinnen und Kunden über ihr Geräteverhalten bestätigen (Behavioral Biometrics)
- Betrugsversuche im Kundenchat sofort erkennen per Natural Language Processing
- Teil 3
Modul 3 – Datenbasis: Welche Signale einen Verdacht begründen
- Woraus sich ein Betrugsverdacht ableitet: Transaktionsdaten, Geodaten, Login-Verhalten
- Wenige Betrugsfälle neben sehr vielen legitimen Buchungen: Ungleichgewicht mit SMOTE oder Resampling ausgleichen
- Datenschutz wahren und dennoch wirksam auswerten: Differential Privacy und Tokenisierung
- Teil 4
Modul 4 – Modellbau: Schritte zum digitalen Frühwarnsystem
- Merkmale herausarbeiten, die betrügerische Vorgänge kennzeichnen: Feature Engineering mit Python
- Modelle mit scikit-learn und XGBoost trainieren und testen
- Güte messbar machen: Precision, ROC und F1-Score und ab wann ein Modell als tauglich gilt
- Teil 5
Modul 5 – Grenzen: Fehlverdacht, Manipulation und Ausblick
- Wenn das Modell unbescholtene Kunden verdächtigt: Entscheidungen mit Explainable AI nachvollziehen
- Betrüger lernen mit: Adversarial Attacks abwehren und Modelle robust machen
- Ausblick: KI als Ko-Pilot für Compliance und Sicherheit
VoraussetzungenGrundverständnis für betriebliche Abläufe im Finanzwesen und Interesse an digitalen Technologien. Kenntnisse im Programmieren werden nicht verlangt; Erfahrung mit Datenanalysen oder KI-Konzepten hilft, ist aber nicht zwingend.
AbschlussTeilnahmezertifikat und digitales Badge