Große Sprachmodelle von innen: Embeddings, Attention und Training
Wer Risiken und Möglichkeiten großer Sprachmodelle beurteilen soll, kommt mit Bedienwissen allein nicht weit. Dieses Tagesseminar öffnet die Technik: von der Darstellung von Wörtern als Vektoren über Transformer-Bausteine und den Attention-Mechanismus bis zu Training, Textgenerierung und den bekannten Schwachstellen. Rechen- und Programmierübungen machen die Mathematik greifbar. Am Ende können Sie die Architektur eines LLM in wenigen Minuten erklären und Einsatzgrenzen im Unternehmen fundiert benennen.
- Dauer9 Stunden
- OrtBei Ihnen vor Ort oder live-online
- TeilnehmendeNur Ihr Team, keine offenen Termine
- BereichKI-Technik & Entwicklung, KI-Strategie & Grundlagen
Für wen
Technisch interessierte Fachkräfte, Data Scientists, Entwicklerinnen und Entwickler, KI-Begeisterte und Entscheiderinnen und Entscheider, die große Sprachmodelle (LLMs) nicht nur nutzen, sondern ihr Funktionsprinzip durchschauen wollen, etwa um Risiken, Potenziale und Grenzen einzuschätzen.
KI-Tagesseminar · 9 Stunden
Wie LLMs Sprache darstellen, verarbeiten, lernen und erzeugen, mit Mathematik und Übungen
Das nehmen Sie mit
- Sie verstehen Embeddings, Self-Attention und den Aufbau eines GPT-Blocks und haben einen Attention Score selbst berechnet.
- Sie wissen, wie ein LLM trainiert wird und wie Sampling, Temperature und Prompt-Muster die Ausgabe beeinflussen.
- Sie kennen Halluzinationen, Bias, Prompt-Injektion und Jailbreaking sowie Verfahren wie Fine-Tuning, RAG und Quantisierung.
- Sie können die Architektur eines Sprachmodells knapp und korrekt erklären und daraus Grenzen für den Einsatz im Unternehmen ableiten.
Ablauf
- Teil 1
Modul 1 – Grundlagen: Von n-Grammen zu Wortvektoren
- Entwicklungslinie der Sprachmodelle über n-Gramme und Word2Vec bis zu GPT
- Sprache als Frage der Wahrscheinlichkeit, mit der ein Wort auf das vorige folgt
- Wo LLMs heute eingesetzt werden und was sie in Arbeitswelt und Gesellschaft verändern
- Beispiel: Eine Ausgabe von GPT-2 rekonstruieren und nachvollziehen
- One-Hot-Encoding gegen Dense Embedding, Tokenisierung und Bedeutung als Nähe im Vektorraum
- Rechnerische Basis: Kosinusabstand und Matrixmultiplikation
- Übung: Einen Vektorraum mit Wortvektoren in 2D und 3D visualisieren
- Teil 2
Modul 2 – Architektur: Transformer-Bausteine und Attention
- Encoder, Decoder und Self-Attention als Grundgerüst
- Multi-Head-Attention und positionale Kodierung
- Residuals, Layer Norms und Feedforward-Netze im Zusammenspiel
- Visualisierung: Ein GPT-Block wird in seine Einzelteile zerlegt
- Weshalb Attention die Verarbeitung mit RNN abgelöst hat
- Skalierte Dot-Product Attention, Maskierung und Causal Attention
- Rechenübung: Einen Attention Score von Hand ermitteln
- Teil 3
Modul 3 – Lernen und Erzeugen: Training, Sampling und Prompts
- Trainingsdaten, Zielgröße und Cross-Entropy als Loss-Funktion
- Optimierung über Backpropagation und Gradient Descent
- Stellgrößen beim Training: GPU-Einsatz, Batch-Größe und Lernrate
- Demo: Ein kleines LLM mit tinygrad oder transformers trainieren
- Wie aus Logits Text wird: Temperature und die Sampling-Strategien Greedy, Top-k und Nucleus
- Prompt Engineering mit Chain-of-Thought, Few-Shot und Zero-Shot
- Übung: Die Modellausgabe durch unterschiedliche Promptvarianten lenken
- Teil 4
Modul 4 – Schwachstellen und Weiterentwicklung: Was LLMs nicht können und wohin es geht
- Halluzinationen, Bias und Fehler beim Rechnen und logischen Schließen
- Erklärbarkeit von Modellentscheidungen und Unsicherheit in den Ausgaben
- Angriffe durch Prompt-Injektion und Jailbreaking
- Diskussion: In welchem Sinn sich GPT „verstehen“ lässt
- Modelle anpassen und erweitern: Fine-Tuning, Adapter, Retrieval-Augmented Generation
- Aktuelle Entwicklungen: multimodale Modelle, Mixture of Experts, Quantisierung und Distillation
- Beispiel: LLaMA, GPT und Mistral im Vergleich
- Teil 5
Modul 5 – Transfer: Das Wissen im Unternehmen nutzen
- Die Architektur eines Modells gegenüber Fachabteilung oder Geschäftsleitung erklären
- Grenzen von LLMs bei konkreten Vorhaben im Unternehmen erkennen
- GenAI-Tools reflektiert einsetzen, gestützt auf das Verständnis ihrer Funktionsweise
- Abschlussübung: Die Architektur eines LLM in drei Minuten erklären
VoraussetzungenInteresse an technischen Zusammenhängen und Freude an abstraktem Denken. Grundkenntnisse in linearer Algebra (Vektoren, Matrizen, Matrixmultiplikation) werden vorausgesetzt.
AbschlussTeilnahmezertifikat und digitales Badge