Versicherungstarife mit Machine Learning: vom GLM zum fairen Marktpreis
Das GLM ist seit Jahren das Arbeitspferd der Tarifkalkulation, doch Gradient Boosting und neuronale Netze erkennen Risikounterschiede, die ihm entgehen. Aktuare, Pricing-Analysten und Produktmanager arbeiten in diesem Tagesseminar mit Pricing-Datensätzen, bauen Frequenz- und Schadenmodelle, vergleichen sie mit dem GLM und messen die Güte mit Lift, Gini und Lorenz-Kurven. Elastizitäts-, Storno- und Conversion-Modelle, Diskriminierungsverbote und Modell-Governance schlagen die Brücke vom technischen Preis zum Marktpreis im Bestand. So lässt sich das nächste Tarifprojekt mit ML fundiert planen.
- Dauer1 Tag
- OrtBei Ihnen vor Ort oder live-online
- TeilnehmendeNur Ihr Team, keine offenen Termine
- BereichBanken, Versicherungen & Kanzleien, Finanzen & Controlling, KI-Technik & Entwicklung
Für wen
Aktuare, Pricing-Analysten und Produktmanagement in Versicherungsunternehmen, die ML-Verfahren für die Tarifierung nutzen oder deren Einsatz beurteilen wollen.
KI-Tagesseminar · 1 Tag
Tarife mit ML genauer kalkulieren und den Marktpreis fair steuern
Das nehmen Sie mit
- Wann Gradient Boosting, neuronale Netze oder hybride Ansätze dem GLM etwas hinzufügen, entscheiden Sie anhand konkreter Datensätze.
- Leakage-Fallen und Lücken in der Datenqualität erkennen Sie, bevor sie ein Tarifmodell verfälschen.
- Modellgüte messen Sie mit Lift, Gini und Lorenz-Kurven und schützen Ihr Modell vor Overfitting.
- Preisänderungen simulieren Sie mit Elastizitätsmodellen und halten dabei Diskriminierungsverbote und Governance-Anforderungen ein.
Ablauf
- Teil 1
Modul 1 – Einordnung: Das GLM und was Machine Learning ergänzt
- Klassische Tarifkalkulation mit dem GLM als bewährte Basis
- Zusätzliche Erklärungskraft durch Gradient Boosting und neuronale Netze
- Hybride Modelle: GLM-Struktur behalten und um ML-Genauigkeit ergänzen
- Fragestellungen, bei denen ML deutlich mehr bringt, und solche, bei denen es übertrieben wäre
- Standortbestimmung: wie zeitgemäß Ihr heutiger Pricing-Prozess aufgestellt ist
- Teil 2
Modul 2 – Pricing-Daten: Merkmale, Quellen, Fallstricke
- Tarifmerkmale mit externen Daten und Telematik zu einer Datengrundlage verbinden
- Leakage erkennen: Informationen im Datensatz, die zum Kalkulationszeitpunkt noch gar nicht vorliegen
- Datenqualität als Erfolgsfaktor, der in Tarifprojekten oft zu wenig Beachtung findet
- Übung: Sie erkunden einen Pricing-Datensatz explorativ und notieren Auffälligkeiten
- Hypothesen aus den Daten formulieren, ehe ein Modell trainiert wird
- Teil 3
Modul 3 – Modellierung: Schadenfrequenz und -höhe mit ML schätzen
- Frequenz- und Schadenhöhenmodelle mit Poisson/Gamma-Boosting aufbauen
- Güte belastbar bewerten mit Lift, Gini-Koeffizient und Lorenz-Kurven
- Übung: GLM und Gradient Boosting auf denselben Daten gegeneinander antreten lassen
- Overfitting verhindern: stabile Ergebnisse auf neuen Daten vor reiner Anpassungsgüte
- Risikounterschiede, die erst ML sichtbar macht und die ein GLM nicht erfasst
- Teil 4
Modul 4 – Marktpreis: Nachfrage, Bestandserhalt und Fairness
- Elastizitätsmodelle: die Preisreaktion von Kunden messbar machen
- Preise optimieren im Ausgleich zwischen technischem Risikopreis, Marktumfeld und Fairness
- Storno- und Conversion-Modelle in den Ablauf der Preisfindung einbinden
- Diskriminierungsverbote einhalten und Tarife erklärbar halten (XAI)
- Übung: Sie spielen eine Preisanpassung durch und verfolgen ihre Wirkung auf Bestand und Neugeschäft
- Teil 5
Modul 5 – Produktivsetzung: Governance, Betrieb und nächstes Tarifprojekt
- Verantwortung des Aktuars und Modell-Governance aufeinander abstimmen
- Pricing-Modelle reibungsarm in die Produktion bringen (Deployment)
- Laufendes Monitoring, damit das Modell Marktveränderungen folgt
- Aufgabenteilung zwischen Aktuariat, Pricing-Team und Data Science
- Fahrplan für Ihr kommendes Tarifprojekt
VoraussetzungenGrundlagen in Statistik oder Aktuariat sind empfehlenswert. Python-Erfahrung erleichtert das Mitarbeiten in den Übungen, wird aber nicht vorausgesetzt.
AbschlussTeilnahmezertifikat und digitales Badge