Causal Inference für ML-Praktiker: Ursache und Wirkung belastbar schätzen
Ein ML-Modell kann gut vorhersagen, wer kündigt oder kauft, verrät aber nicht, welche Maßnahme daran etwas ändert. Der Kurs führt Data Scientists und Analysten von kausalen Graphen über Experimente und Schätzverfahren für Beobachtungsdaten bis zu Uplift Modeling. Zwei Übungen und eine Fallstudie verbinden die Methoden mit konkreten Wirkungsfragen. Anschließend können Sie Effekte begründet schätzen, die zugrunde liegenden Annahmen offenlegen und die Ergebnisse samt ihren Grenzen vertreten.
- Dauer1 Tag
- OrtBei Ihnen vor Ort oder live-online
- TeilnehmendeNur Ihr Team, keine offenen Termine
- BereichKI-Technik & Entwicklung, KI-Strategie & Grundlagen
Für wen
Data Scientists sowie Analystinnen und Analysten, die nicht nur Zusammenhänge beschreiben, sondern belastbar sagen wollen, was wodurch bewirkt wird.
KI-Tagesseminar · 1 Tag
Von der Scheinkorrelation zur begründeten Effektschätzung mit DAGs, Matching, IV und DiD
Das nehmen Sie mit
- Ein geschärfter Blick dafür, wann eine Prognose genügt und wann eine Ursache-Wirkungs-Frage vorliegt
- Routine darin, Annahmen als DAG aufzuschreiben und Adjustierungsvariablen per Backdoor-Kriterium zu wählen
- Überblick über Experiment, Matching, IV, DiD und Uplift Modeling samt deren Voraussetzungen
- Ein Plan, um kausale Befunde mit offen benannten Grenzen in Entscheidungen einzubringen
Ablauf
- Teil 1
Modul 1 – Ausgangsfrage: Wann ein Zusammenhang noch keine Ursache belegt
- Warum zwei gemeinsam steigende Kennzahlen noch keine Ursache-Wirkungs-Beziehung beweisen
- Simpson-Paradoxon: ein Trend kehrt sich um, sobald Störvariablen wie Region oder Segment einfließen
- Grenzen der Vorhersage: ein Churn-Modell erkennt Risikokunden, nennt aber keine wirksame Gegenmaßnahme
- Vorführung: Ein scheinbar eindeutiger Zusammenhang in Beispieldaten zerfällt nach der Aufschlüsselung
- Bestandsaufnahme: Bei welchen Fragen Ihres Teams eine Wirkungsaussage statt einer Prognose gebraucht wird
- Teil 2
Modul 2 – Kausale Modelle: Annahmen als Graph aufschreiben
- Kausale Graphen (DAGs) lesen und zeichnen: Knoten, gerichtete Kanten, offene und blockierte Pfade
- Confounding und Colliding unterscheiden und erkennen, wie beide einen geschätzten Effekt verzerren
- Mit dem Backdoor-Kriterium festlegen, welche Variablen für die Adjustierung nötig sind und welche schaden
- Übung: Ein kausales Diagramm zu einer Fragestellung aus der Analysepraxis entwerfen und Störpfade markieren
- Fachliche Annahmen im Graphen offenlegen, damit Fachbereich und Analyseteam sie gemeinsam prüfen können
- Teil 3
Modul 3 – Schätzverfahren: Effekte aus Experiment und Beobachtung bestimmen
- Randomisierte Experimente wie A/B-Tests als Goldstandard und Gründe, warum sie oft nicht machbar sind
- Beobachtungsdaten auswerten mit Matching, Instrumentvariablen (IV) und Difference-in-Differences (DiD)
- Uplift Modeling: ermitteln, bei welchen Kundengruppen eine Maßnahme tatsächlich etwas verändert
- Übung: Aus einem bereitgestellten Datensatz einen Effekt schätzen und dem naiven Gruppenvergleich gegenüberstellen
- Einen gemessenen Effekt von zufälligen Schwankungen in den Daten abgrenzen
- Teil 4
Modul 4 – Anwendung: Wirkungsfragen in Business und Policy
- Einsatzfelder in Business und Policy, etwa Rabattaktionen, Preisänderungen oder Förderprogramme
- Fallstricke kennen und die Annahmen jedes Verfahrens vor der Interpretation gezielt überprüfen
- Fallstudie: Die Wirkung einer Maßnahme von der Fragestellung über den DAG bis zur Effektschätzung bestimmen
- Warum kausal begründete Befunde Entscheidungen tragfähiger machen als reine Korrelationen
- Teil 5
Modul 5 – Umsetzung: Werkzeuge, Kommunikation und eigener Fahrplan
- Werkzeuge für Causal Inference im Überblick und wofür sie sich jeweils eignen
- Kausale Ergebnisse für Management und Fachbereiche nachvollziehbar aufbereiten
- Grenzen offen darlegen: unbeobachtete Störgrößen, unsichere Annahmen, begrenzte Übertragbarkeit
- Vom Konzept in den Arbeitsalltag: ein erstes Analysevorhaben im Team auswählen
- Persönlicher Fahrplan für die erste eigene kausale Analyse
VoraussetzungenGrundwissen in Mathematik oder Statistik erleichtert den Einstieg; Programmiererfahrung wird nicht zwingend vorausgesetzt.
AbschlussTeilnahmezertifikat und digitales Badge