KI-Technik & Entwicklung

Generalisierung im Machine Learning: Bias-Variance-Tradeoff und Overfitting

Ein Modell glänzt auf den Trainingsdaten und enttäuscht im Einsatz: Dieses Muster kennen viele Data-Science-Teams. Das Tagesseminar führt durch die statistische Lerntheorie dahinter, vom Hypothesenraum über die Zerlegung des Fehlers in Bias und Varianz bis zu Regularisierung, Kreuzvalidierung und Double Descent. Übungen und eine Fallstudie verbinden jede Idee mit einem überangepassten Modell, das wieder generalisieren soll. Für Ihre nächsten Projekte steht danach eine Diagnose-Checkliste bereit.

Für wen

Data Scientists und Fachleute aus der Softwareentwicklung, die ergründen wollen, weshalb ein Modell auf neuen Daten trägt oder versagt.

KI-Tagesseminar · 1 Tag

Warum Modelle auf neuen Daten scheitern und wie Sie das diagnostizieren und beheben

Das nehmen Sie mit

  • Trainings- und Testfehler sicher auseinanderhalten und Unter- wie Überanpassung früh erkennen.
  • L1/L2, Dropout, Early Stopping und Kreuzvalidierung passend zum Problem einsetzen.
  • Double Descent und das Generalisierungsverhalten tiefer Netze in die klassische Theorie einordnen.
  • Eine Diagnose-Checkliste, mit der sich Modelle vor Überanpassung bewahren lassen.

Ablauf

  1. Teil 1

    Modul 1 – Ausgangslage: Lernen aus Daten und der Begriff der Generalisierung

    • Hypothesenraum und Modellkomplexität: wie viel Flexibilität ein Modell mitbringt
    • Trainingsfehler und Testfehler getrennt betrachten und ihre Lücke deuten
    • Generalisierung als Leistung auf Daten, die das Modell nie gesehen hat
    • Demonstration live: Ein Modell memoriert seine Trainingsbeispiele und versagt bei neuen
    • Ihre Projekte: an welchen Stellen Modelle bisher nicht gehalten haben, was sie versprachen
  2. Teil 2

    Modul 2 – Bias-Variance-Tradeoff: Den Vorhersagefehler zerlegen

    • Den erwarteten Fehler in Bias, Varianz und Rauschanteil aufspalten
    • Unteranpassung und Überanpassung an Lernkurven und Fehlerverläufen erkennen
    • Übung: Bias und Varianz an Modellen unterschiedlicher Komplexität sichtbar machen
    • Die passende Komplexität finden, auch wenn ein anderes Modell auf dem Trainingsset genauer ist
  3. Teil 3

    Modul 3 – Regularisierung: Überanpassung gezielt bremsen

    • L1/L2-Regularisierung, Dropout und Early Stopping in Wirkung und Einsatzfeld verglichen
    • Kreuzvalidierung korrekt aufsetzen, damit keine Testinformation ins Training gelangt
    • Mehr Daten oder ein kleineres Modell: das Verhältnis von Datenmenge zu Modellgröße
    • Übung: Ein überangepasstes Modell schrittweise regularisieren und den Testfehler verfolgen
    • Robustheit auf neuen Daten statt Bestwerten auf dem Trainingsset als Ziel
  4. Teil 4

    Modul 4 – Neuere Sicht: Generalisierung großer und tiefer Netze

    • Double Descent: wenn der Testfehler bei wachsender Modellgröße erneut fällt
    • Erklärungsansätze, weshalb tiefe Netze trotz enormer Parameterzahl generalisieren
    • Übung: Die Generalisierung eines Modells anhand seiner Fehlerkurven diagnostizieren
    • Aktuelle Forschung einordnen: wo klassische Faustregeln weiter gelten und wo Ausnahmen auftreten
  5. Teil 5

    Modul 5 – Anwendung: Diagnose, Modellwahl und nächste Schritte

    • Fallstudie: Ein überangepasstes Modell analysieren und wieder generalisierungsfähig machen
    • Diagnose-Checkliste für Über- und Unteranpassung in laufenden Projekten
    • Was Sie in Ihrer Modellentwicklung künftig anders angehen
    • Modellwahl auf das Verständnis von Komplexität und Generalisierung stützen
    • Fahrplan zu robusteren Modellen im eigenen Team

VoraussetzungenVorkenntnisse in Mathematik und Statistik sind von Vorteil. Programmierkenntnisse sind keine Bedingung.

AbschlussTeilnahmezertifikat und digitales Badge

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