Soziales, Bildung & Vereine

Kinderschutz in der Jugendhilfe: Gefährdungseinschätzung mit KI festhalten

Werden gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung eines Kindes bekannt, sollten Beobachtungen, Fallberatungen und die gemeinsame Einschätzung nachvollziehbar dokumentiert sein; auch das Schutzkonzept einer Einrichtung lebt von gepflegten Texten. Leitungen und insoweit erfahrene Fachkräfte zeichnen in der eintägigen KI-Werkstatt diesen Dokumentationsweg nach, klären Schutzauftrag, Datenschutz und Freigabe und dokumentieren eine anonymisierte Fallberatung probeweise mit einem Sprachmodell neu. Mit zurück in die Einrichtung nehmen sie einen Plan für den nächsten Monat, in dem Aufgaben und Erfolgsmaß verteilt sind.

Für wen

Leitungen und insoweit erfahrene Fachkräfte in der Jugendhilfe, die Schutzkonzepte und Gefährdungseinschätzungen heute überwiegend von Hand dokumentieren.

KI-Werkstatt · 1 Tag

Den Dokumentationsweg von der Fallberatung bis zum Schutzplan gemeinsam neu aufsetzen

Das nehmen Sie mit

  • Klarheit im Team, wo Einschätzbögen, Fallberatungsprotokolle und Schutzkonzepttexte heute ins Stocken geraten
  • Ein anonymisierter Kinderschutzvorgang, mit einem Sprachmodell neu dokumentiert, samt erprobter Anweisungen und Bogenvorlagen
  • Ein Einführungsplan mit verteilten Aufgaben zwischen Leitung und insoweit erfahrener Fachkraft

Ablauf

  1. Teil 1

    Schritt 1 – Dokumentationsweg Kinderschutz: Vom ersten Anhaltspunkt bis zur Akte

    • Zusammen nachgezeichnet: wie eine Gefährdungseinschätzung heute vom ersten Anhaltspunkt in die Fallakte gelangt
    • Wer Beobachtungen meldet, wer die insoweit erfahrene Fachkraft hinzuzieht, wo Protokolle auf Gegenlesen warten
    • Einschätzbögen, Fallberatungsprotokolle, Schutzplan, Risikoanalyse: Textmaterial, das KI verarbeiten kann
    • Gemeinsam gewichtet: welche Schreibarbeiten am stärksten binden, etwa Nachträge nach Fallberatungen
  2. Teil 2

    Schritt 2 – Schutzauftrag und Freigabe: § 8a SGB VIII, § 79a SGB VIII, Datenschutz

    • Fachliche Bezugspunkte: § 8a SGB VIII für den Schutzauftrag, § 79a SGB VIII für die Qualitätsentwicklung
    • Angaben über Kinder, Eltern und Beschäftigte: was der Datenschutz für den mitgebrachten Vorgang bedeutet
    • Vereinbaren, wie KI-gestützte Textteile markiert werden, damit der Entstehungsweg nachvollziehbar bleibt
    • Die fachliche Einschätzung zeichnen Fachkräfte und Leitung; ein Entwurf aus dem Sprachmodell trägt keine Freigabe
  3. Teil 3

    Schritt 3 – Einsatzstellen im Kinderschutz: Wo ein Sprachmodell entlastet und wo nicht

    • Protokoll entwerfen, Fallverlauf bündeln, Bogen auf Vollständigkeit durchsehen, Notizen einer Gliederung zuordnen
    • Grenze ohne Abstriche: Ob ein Kind gefährdet ist, beurteilen Fachkräfte im Zusammenwirken, kein Modell
    • Wie andere Einrichtungen der Jugendhilfe KI bei Protokollen und Schutzkonzepten bereits einsetzen
    • Festlegen, an welchen Dokumentationsschritten ein erster Versuch die spürbarste Entlastung verspricht
  4. Teil 4

    Schritt 4 – Protokollprobe: Eine anonymisierte Fallberatung wird mit KI neu dokumentiert

    • Arbeitsgrundlage: anonymisierte, verfremdete Notizen aus einer eigenen Fallberatung oder ein Abschnitt der Risikoanalyse
    • Übung: Aus diesen Notizen entsteht per Sprachmodell ein Protokollentwurf nach der Gliederung Ihres Einschätzbogens
    • Anweisungen und Bogenvorlagen werden in Kleingruppen erprobt und anschließend in der Gesamtgruppe nachgeschärft
    • Woran die Entwürfe scheitern: geglättete Sprache, vermischte Beobachtung und Bewertung, hinzugedichtete Details
  5. Teil 5

    Schritt 5 – Einführungsplan Kinderschutzdokumentation: Rollen, Erfolgsmaß, Anschlussvorhaben

    • Was sich im nächsten Monat auf den Programmen beginnen lässt, die der Träger schon nutzt
    • Aufgaben zwischen Leitung und insoweit erfahrener Fachkraft verteilen; Erfolg an vollständigen Protokollen messen
    • Anschlussvorhaben: Hilfeplanung und Entwicklungsberichte sowie Fallakten und Übergabedokumentation
    • Abschluss: verbindliche Absprachen, wer welchen nächsten Schritt angeht

VoraussetzungenKI-Kenntnisse sind nicht nötig. Nützlich sind Vertrautheit mit den Kinderschutzabläufen der eigenen Einrichtung und ein realer, anonymisierter Vorgang zum Mitbringen.

AbschlussTeilnahmezertifikat und digitales Badge

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