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Process Mining und KI: Geschäftsprozesse aus Event Logs heraus verbessern

Wer Abläufe über Interviews und Workshops erhebt, sieht meist den vorgesehenen Weg, kaum aber die Umwege, die in ERP- und Ticketsystemen tatsächlich passieren. Dieses Tagesseminar zeigt, wie Process Mining aus Event Logs ein belastbares Ist-Bild erzeugt, wie ML-Modelle Durchlaufzeiten und SLA-Verletzungen vorhersagen und wie KI Entwürfe für Soll-Prozesse liefert. Jeder Abschnitt endet mit einer Übung, vom Deuten eines Process-Mining-Dashboards bis zur Konzeption eines Automatisierungsfalls. Aus dem Tag nehmen Sie eine priorisierte Liste eigener Optimierungsvorhaben mit.

Für wen

Prozessmanagerinnen und Prozessmanager, Organisationsentwicklung, Business Analysts sowie Verantwortliche für die digitale Transformation, die Geschäftsprozesse mit KI datenbasiert analysieren und weiterentwickeln wollen.

KI-Tagesseminar · 1 Tag

Prozesse aus Systemdaten lesen, Abweichungen vorhersagen und Soll-Modelle entwerfen

Das nehmen Sie mit

  • Ein Verständnis dafür, wie Event Logs, Process-Mining-Tools und ML-Modelle zusammen ein Ist-Bild und Prognosen liefern
  • Übung im Lesen von Process-Mining-Dashboards und im Deuten von Prozessabweichungen
  • Ein skizzierter Automatisierungsfall, der RPA, KI und Workflow-Systeme verbindet
  • Eine nach Reifegrad und Nutzen geordnete Liste eigener Optimierungsvorhaben

Ablauf

  1. Teil 1

    Modul 1 – Ausgangslage: Was Interviews und Prozesslandkarten nicht zeigen

    • Grenzen der Handaufnahme: Workshops und Whiteboard-Modelle bilden den Soll-Weg ab, selten die gelebten Umwege
    • Was KI-gestützte Prozessanalyse anders macht: Systemdaten auswerten statt Erinnerungen der Beteiligten
    • Einsatzfelder: Medienbruchanalyse, Variantenvielfalt sichtbar machen, Bottleneck-Erkennung bei Freigaben
    • Übung: Aus Kandidaten wie Rechnungsfreigabe oder Auftragsanlage die Prozesse auswählen, die sich für KI eignen
  2. Teil 2

    Modul 2 – Process Mining: Event Logs lesen und auswerten

    • Das Grundprinzip: Aus Event Logs mit Fall-ID, Aktivität und Zeitstempel entsteht ein Prozessmodell
    • Welche Daten vorliegen müssen und welche Tools sie verarbeiten, etwa Celonis oder ProM
    • Ist-Analyse über verzweigte Prozesslandschaften hinweg, z. B. Order-to-Cash über mehrere Systeme
    • Übung: Ein Process-Mining-Dashboard lesen und daraus Schleifen, Varianten und Wartezeiten ableiten
  3. Teil 3

    Modul 3 – Prognose: Abweichungen erkennen, bevor ein Fall eskaliert

    • Mit ML-Modellen aus abgeschlossenen Fällen den weiteren Verlauf offener Fälle vorhersagen
    • Predictive Process Monitoring als Grundlage für Entscheidungen im laufenden Vorgang
    • Was sich vorhersagen lässt: Durchlaufzeiten, drohende Eskalationen und SLA-Verletzungen
    • Übung: In vorbereiteten Fallbeispielen Prozessabweichungen analysieren und Ursachen benennen
  4. Teil 4

    Modul 4 – Gestaltung: Soll-Prozesse modellieren und Ausnahmen automatisieren

    • Generative Modellierung: KI schlägt Soll-Prozesse vor, z. B. bei Reorganisation oder Digitalisierungsplanung
    • Ist- und Zielprozess nebeneinanderlegen und die Unterschiede einordnen
    • Übung: Mehrere Modellvarianten mit KI-Unterstützung gegenüberstellen und bewerten
    • RPA und KI im Verbund: feste Regeln, lernende Komponenten und deren Umsetzung im Ablauf
    • Anbindung an Workflow-Systeme und Business Rules Engines
    • Einsatzfelder: automatisierte Ausnahmebehandlung und Self-Service-Prozesse, etwa Adressänderungen durch Kunden
    • Übung: Für eine wiederkehrende Ausnahme einen Automatisierungsfall mit KI-Anteil entwerfen
  5. Teil 5

    Modul 5 – Steuerung: Verantwortung, Reifegrad und eigene Vorhaben

    • Wer einen Prozess verantwortet, wenn KI Prognosen und Gestaltungsvorschläge beisteuert
    • Reifegradmodelle als Standortbestimmung und die daraus abgeleiteten Umsetzungsstrategien
    • KPI-basierte Steuerung und kontinuierliche Prozessverbesserung auf laufend aktualisierter Datenbasis
    • Übung: Die eigenen Optimierungsvorhaben sichten und mithilfe von KI in eine Reihenfolge bringen

VoraussetzungenSie haben fundierte Kenntnisse im Geschäftsprozessdesign, etwa BPMN, E2E-Prozesse und KPI-Steuerung, und Interesse an datenbasierten Methoden. Programmieren müssen Sie nicht.

AbschlussTeilnahmezertifikat und digitales Badge

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