Öffentliche Verwaltung

Jobcenter-Fallmanagement: Kooperations- und Förderpläne mit KI entwerfen

Zwischen Potenzialanalyse, Beratungsgespräch und abgestimmtem Kooperationsplan (früher Eingliederungsvereinbarung) schreibt das Fallmanagement im Jobcenter viel Text: Ziele, Eigenbemühungen, Förderleistungen und den passenden Förderplan dazu. Ihr Team nimmt sich diesen Ablauf einen Tag lang in der KI-Werkstatt vor, legt vorab die Grenzen für Sozialdaten fest und erprobt an verfremdeten Fällen, wie ein Sprachmodell Entwürfe vorbereitet. Danach liegen erste geschärfte Prompts vor, und für die folgenden vier Wochen ist verteilt, wer im Haus welchen Schritt weiterverfolgt.

Für wen

Fachkräfte im Fallmanagement von Jobcentern und vergleichbaren Einrichtungen, die Kooperationspläne (früher Eingliederungsvereinbarungen) und Förderpläne derzeit überwiegend von Hand ausarbeiten.

KI-Werkstatt · 1 Tag

Den Weg vom Beratungsgespräch zum Förderplan gemeinsam mit KI neu aufsetzen

Das nehmen Sie mit

  • Ein abgestimmter Überblick, wer an Kooperationsplan und Förderplan mitwirkt und wo Vorgänge zwischen den Beteiligten liegen bleiben
  • Getestete Prompts und Textbausteine, mit denen ein Sprachmodell Ziele, Eigenbemühungen und Förderleistungen vorformuliert
  • Klare Linien zu SGB II, Sozialdaten und Kennzeichnung sowie ein verteilter Vierwochenplan für das Fallmanagement

Ablauf

  1. Teil 1

    Schritt 1 – Förderplanung heute: Vom Erstgespräch zum abgestimmten Kooperationsplan

    • Am Whiteboard entsteht der aktuelle Weg von Potenzialanalyse und Beratung bis zum abgestimmten Kooperationsplan
    • Wer zuarbeitet und gegenliest, etwa Ärztlicher Dienst oder Teamleitung, und wo Förderpläne warten
    • Profilingbogen, Gesprächsvermerke, Maßnahmeangebote, Textbausteine: was davon ohne Personenbezug als Muster taugt
    • Drei Engpässe beim Ausformulieren von Zielen, Eigenbemühungen und Förderleistungen kommen oben auf die Liste
  2. Teil 2

    Schritt 2 – Kooperationsplan und Sozialdaten: Was vor jedem KI-Entwurf geklärt ist

    • Rechtsgrundlage SGB II §§ 15 ff.: worauf Kooperationsplan und Förderplan inhaltlich fußen
    • Datenschutz im Einzelfall: Sozialdaten Leistungsberechtigter bleiben draußen, Beschäftigtendaten ebenso geklärt
    • KI-gestützte Passagen im Förderplan kennzeichnen und ihre Entstehung in der Akte nachvollziehbar halten
    • Freigabe und Verantwortung liegen bei der zuständigen Fachkraft, das Modell liefert lediglich Entwürfe
  3. Teil 3

    Schritt 3 – KI-Einsatz im Förderplan: Welche Funktion an welcher Passage hilft

    • Ziele entwerfen, Vermerke verdichten, Vollständigkeit gegenlesen, Maßnahmen zuordnen: was wohin gehört
    • Nüchtern betrachtet: Lebenslage einschätzen, Vertrauen aufbauen, Ermessen ausüben bleibt Sache der Fachkraft
    • Erfahrungen aus anderen Jobcentern, die Vermerke oder Förderplanentwürfe schon mit KI-Hilfe vorbereiten
    • Gewählt werden zwei bis drei Ansatzpunkte, von denen das Fallmanagement spürbare Entlastung erwartet
  4. Teil 4

    Schritt 4 – Förderplan-Probelauf: Eine verfremdete Fallakte wird neu bearbeitet

    • Je ein abgeschlossener Vorgang, vollständig verfremdet, ohne Namen und Lebensumstände, im freigegebenen Werkzeug
    • Übung: Aus verfremdetem Gesprächsvermerk und Profiling einen Förderplanentwurf erzeugen lassen und überarbeiten
    • Die entstandenen Prompts und Bausteine gehen durch die Runde, werden ausprobiert und gemeinsam präzisiert
    • Schwächen offen benennen: vage Ziele, schief gewichtete Pflichten, Floskeln, und woher sie im Entwurf stammen
  5. Teil 5

    Schritt 5 – Vierwochenplan: Wer im Fallmanagement was weiterführt

    • Für die kommenden vier Wochen: KI-Vorhaben, die mit den verfügbaren Mitteln des Hauses machbar sind
    • Aufgaben verteilen, Erfolgsmaß festlegen, etwa Bearbeitungszeit je Förderplan oder Zahl der Korrekturen
    • Ausblick auf ein angrenzendes Vorhaben: Antragsunterlagen auf Vollständigkeit prüfen
    • Zum Schluss steht fest, wer bis wann den ersten Förderplan nach dem neuen Ablauf erstellt

VoraussetzungenMit KI muss noch niemand gearbeitet haben. Sie sollten den eigenen Ablauf im Fallmanagement kennen und einen abgeschlossenen Vorgang mitbringen, der vorab verfremdet ist.

AbschlussTeilnahmezertifikat und digitales Badge

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