Diskriminierung durch HR-Software verhindern: Bias prüfen, Fairness sichern
Sortiert eine Software Bewerbungen vor oder bewertet Leistung, kann sie Benachteiligungen aus früheren Personalentscheidungen unbemerkt fortschreiben. Das Kompaktseminar erklärt HR-Verantwortlichen, Diversity-Beauftragten, Betriebsräten und HR-IT in vier Stunden, wie solche Verzerrungen entstehen, wie Fairness-Metriken sie sichtbar machen und welche Gegenmaßnahmen vom Bias-Audit bis zur menschlichen Aufsicht greifen. Abschließend geht es um die Anforderungen aus AGG, DSGVO und AI Act, um gezielte Fragen an Anbieter und um eine eigene Fairness-Richtlinie.
- Dauer4 Stunden
- OrtBei Ihnen vor Ort oder live-online
- TeilnehmendeNur Ihr Team, keine offenen Termine
- BereichPersonal, Ausbildung & Mitbestimmung, Qualität, Sicherheit & Compliance, Pflichten & Regulierung
Für wen
HR-Verantwortliche, Diversity-Beauftragte, Betriebsratsmitglieder und HR-IT, die dafür sorgen wollen, dass Algorithmen in Personalprozessen niemanden benachteiligen.
KI-Kompaktseminar · 4 Stunden
Verzerrungen in Personalsoftware nachweisen, Gegenmaßnahmen wählen, Anbieter fordern
Das nehmen Sie mit
- Proxy-Merkmale und Feedback-Schleifen in Ihren Personalprozessen erkennen Sie als Quelle von Verzerrung.
- Mit Demographic Parity und Equalized Odds haben Sie ein Auswahlverfahren geprüft und erlebt, warum Fairness-Definitionen kollidieren.
- Für Beschaffung und interne Regeln stehen ein Fragenkatalog an Anbieter und die Eckpunkte einer Fairness-Richtlinie bereit.
Ablauf
- Teil 1
Modul 1 – Ursachen: Wie Verzerrung in Personalsoftware gerät
- Einfallstore: historische Einstellungsdaten, Proxy-Merkmale wie der Wohnort, Feedback-Schleifen
- Lehren aus bekannten Fällen, in denen Recruiting-KIs Bewerbergruppen benachteiligt haben
- Bias-Arten im Überblick, von der Stichprobenverzerrung bis zum Automation Bias
- Weshalb auch Systeme mit guten Absichten diskriminieren können
- Ausgangslage: wo Ihren Personalprozessen Verzerrungen drohen, etwa bei Vorauswahl oder Leistungsbewertung
- Teil 2
Modul 2 – Messen: Fairness in Zahlen fassen
- Was Demographic Parity und Equalized Odds als Fairness-Metriken jeweils vergleichen
- Zielkonflikte: Verschiedene Fairness-Definitionen lassen sich nicht gleichzeitig erfüllen
- Übung: Ein Auswahlverfahren für Bewerbungen auf Verzerrungen zwischen Gruppen untersuchen
- Grenze der Messung: was sich berechnen lässt und was eine Abwägung durch Menschen erfordert
- Teil 3
Modul 3 – Gegensteuern: Audits, Technik, Aufsicht
- Bias-Audits intern durchführen oder an externe Prüfstellen vergeben
- Technische Mitigation an drei Stellen: Trainingsdaten, Modell, Nachbearbeitung der Ergebnisse
- Menschliche Aufsicht so gestalten, dass Prüfende Systemvorschläge nicht einfach abnicken
- Übung: Für einen festgestellten Bias passende Gegenmaßnahmen ableiten
- Fairness auf Dauer sichern: erneute Prüfung nach Modell- oder Datenänderungen
- Teil 4
Modul 4 – Regeln: Recht, Beschaffung, Richtlinie
- AI Act, AGG und DSGVO: Vorgaben für faire HR-KI in Auswahl und Bewertung
- Fragenkatalog für die Beschaffung: welche Nachweise zu Trainingsdaten und Tests Anbieter liefern sollen
- Fairness-Regeln für HR-Algorithmen als Richtlinie fassen: Geltungsbereich, Prüfintervalle, Zuständigkeiten
- Diversity-Ziele und Compliance-Pflichten gemeinsam steuern
- Ihr Fahrplan zu fairen HR-Systemen: erste Prüfung und verantwortliche Stelle
VoraussetzungenTechnisches Vorwissen brauchen Sie nicht; Erfahrung aus der Personalarbeit hilft beim Einordnen der Fälle.
AbschlussTeilnahmezertifikat und digitales Badge