Nachhaltigkeitsvorgaben an Lieferanten mit KI eindeutig und prüfbar fassen
Wer im Einkauf Nachhaltigkeitsanforderungen an Lieferanten ausarbeitet, muss Vorgaben aus LkSG, CSRD und EUDR in verständliche, überprüfbare Texte für Lieferantenkodex, Selbstauskunft oder Vertragsklausel übersetzen. Dieses Thema zeigt, wie ein Sprachmodell Entwürfe dafür liefert und wo die fachliche Prüfung unverzichtbar bleibt. Der Schnellstart ordnet in zwei Stunden ein, was KI hier leistet, und eignet sich auch für Skeptiker. In der Werkstatt überarbeitet das Team einen Tag lang eine eigene Anforderung mit KI und legt fest, wie es im ersten Monat weitergeht.
- Dauer2 Stunden · 1 Tag
- OrtBei Ihnen vor Ort oder live-online
- TeilnehmendeNur Ihr Team, keine offenen Termine
- BereichEinkauf & Fuhrpark, Pflichten & Regulierung, Qualität, Sicherheit & Compliance
Für wen
Einkauf und Nachhaltigkeitsverantwortliche in Betrieben und Einrichtungen, die Nachhaltigkeitsanforderungen an Lieferanten bislang überwiegend händisch ausarbeiten.
KI-Schnellstart · 2 Stunden
Einordnen, was KI beim Formulieren von Lieferantenanforderungen leistet und was nicht
Das nehmen Sie mit
- Sie haben gesehen, wie aus Stichpunkten ein Anforderungstext für Lieferanten entsteht
- Sie unterscheiden einen KI-Vorschlag von einer geprüften Aussage über Lieferantenpflichten
- Sie wissen, welche Einkaufsdaten nicht in ein Sprachmodell gehören, und haben einen ersten eigenen Versuch gemacht
Ablauf
- Teil 1
Der Fall: Wie Nachhaltigkeitsanforderungen heute entstehen
- Heute: Kodex-, Fragebogen- und Klauseltexte entstehen mühsam aus Altbeständen und Gesetzesauszügen
- Drei Einsatzpunkte: Erstentwurf, Anpassung je Warengruppe, Übertragung in lieferantentaugliche Sprache
- Vorführung: Aus einer Stichpunktliste wird ein Anforderungstext für einen Rohstofflieferanten
- Was danach weiterhin von Hand kontrolliert wird: Rechtsbezug, Erfüllbarkeit, geforderte Nachweise
- Teil 2
Das Werkzeug verstehen: Was hinter dem Entwurf aus Teil 1 steckt
- Wie ein Sprachmodell Text aus Wahrscheinlichkeiten bildet, erläutert an der gezeigten Anforderung
- Ein formulierter Vorschlag ersetzt keine geprüfte Aussage darüber, was ein Lieferant leisten muss
- Erfundene Angaben im Entwurf: wie sie zustande kommen und woran fehlende Fundstellen sie verraten
- Folge für den Einkauf: Der Entwurf ist Arbeitsgrundlage, verbindlich wird er erst nach fachlicher Durchsicht
- Teil 3
Erster Versuch: Eine Anforderung für Ihre Warengruppe
- Übung: Eine Anweisung schreiben, die eine Nachhaltigkeitsanforderung an einen Ihrer Lieferanten entwirft
- Die Ergebnisse der Teilnehmenden nebeneinanderlegen und besprechen, was präzise ist und was vage bleibt
- Fragerunde zu allem, was noch unklar ist – Zweifel und Einwände sind willkommen
- Teil 4
Rahmen und erste Schritte: LkSG, CSRD, EUDR und Datengrenzen
- Die Rechtsgrundlagen im Überblick: LkSG, CSRD und EUDR
- Tabu für das Sprachmodell: Einkaufspreise, vertrauliche Auditberichte, Kontaktdaten beim Lieferanten
- Morgen mit dem vorhandenen Zugang machbar: einen bestehenden Kodex-Abschnitt verständlicher fassen
- Lohnendes Nachbarthema: Verhandlungen vorbereiten, Argumente zusammentragen
VoraussetzungenEs sind keine Vorkenntnisse nötig. Skeptische Teilnehmende sind ausdrücklich angesprochen.
AbschlussTeilnahmezertifikat mit digitalem Badge
KI-Werkstatt · 1 Tag
Lieferantenanforderungen zur Nachhaltigkeit im Team mit KI neu aufsetzen
Das nehmen Sie mit
- Ein gemeinsames Bild, wie Anforderungen heute entstehen und wer daran beteiligt ist
- Eine mit KI überarbeitete Anforderung aus Ihrem Haus samt übertragbaren Textbausteinen
- Klarheit über LkSG, CSRD, EUDR, Beschäftigtendaten und Freigabe im KI-gestützten Ablauf
- Ein Plan für den ersten Monat mit verteilten Aufgaben und einer Messgröße
Ablauf
- Teil 1
Schritt 1 – Bestandsaufnahme: Der Weg einer Anforderung bis zum Lieferanten
- Gemeinsam rekonstruieren, wie aus einer internen Vorgabe ein Text im Lieferantenkodex wird
- Wer Inhalte zuliefert, wer Nachhaltigkeit oder Rechtsabteilung einbindet, wo Abstimmungen stocken
- Sichtung: Lieferantenkodex, Selbstauskunftsbögen, Vertragsklauseln, Ausschreibungstexte, Nachweislisten
- Herausarbeiten, welche drei Arbeitsgänge beim Formulieren die meiste Abstimmung verlangen
- Teil 2
Schritt 2 – Leitplanken: LkSG, CSRD, EUDR und die Freigabe von Lieferantenvorgaben
- LkSG, CSRD und EUDR als fachlicher Bezugsrahmen für jeden Anforderungstext
- Beschäftigtendaten eigener Teams und Lieferantenkontakte: was im KI-Werkzeug nichts verloren hat
- KI-gestützte Passagen im Anforderungskatalog kenntlich machen, Fassungen nachvollziehbar ablegen
- Klären, wer Anforderungen vor dem Versand an Lieferanten freigibt und dafür einsteht
- Teil 3
Schritt 3 – Ansatzpunkte: Wo KI beim Formulieren von Anforderungen hilft
- Klauseln entwerfen, Gesetzestexte verdichten, Entwürfe mit dem Kodex abgleichen, Warengruppen zuordnen
- Beim Menschen bleiben: die Einschätzung des einzelnen Lieferanten und die Wahl der geforderten Pflichten
- Erfahrungen vergleichbarer Einkaufsabteilungen mit KI-gestützten Lieferantenanforderungen
- Festlegen, an welchen Ansatzpunkten die Gruppe in der Werkstattphase arbeitet
- Teil 4
Schritt 4 – Werkstattphase: Eine Anforderung aus dem Haus entsteht neu
- Ausgangsmaterial ist ein realer Kodex-Abschnitt oder eine Vertragsklausel, die das Team überarbeiten will
- Übung: Die Anforderung mit KI neu entwerfen, eindeutig, mit Nachweisweg, passend zur Warengruppe
- Anweisungen und Textbausteine gemeinsam verbessern, bis sie auf weitere Lieferantengruppen übertragbar sind
- Schwächen offenlegen: vage Pflichten, unüberprüfbare Forderungen, schiefe Rechtsbezüge und ihre Ursachen
- Teil 5
Schritt 5 – Fahrplan: Anforderungstexte bis Monatsende überarbeiten
- Welche Anforderungstexte sich mit den verfügbaren Lizenzen bis Ende des kommenden Monats neu fassen lassen
- Aufgaben zwischen Einkauf und Nachhaltigkeit teilen, Erfolg etwa an Rückfragen der Lieferanten messen
- Folgethema für später: Anfragen gliedern und Angebote übersichtlich vergleichen
- Der Tag endet mit fest verabredeten nächsten Schritten
VoraussetzungenKI-Vorkenntnisse sind nicht nötig. Hilfreich sind Kenntnis der eigenen Einkaufsabläufe und eine reale Anforderung oder Klausel zum Überarbeiten.
AbschlussTeilnahmezertifikat mit digitalem Badge